Storytelling

Beleuchtungs-Tipps für Zuhause – und jedes Budget

Ein Innenraumgestalter erklärt, wie leicht man Räume in neues Licht rücken kann

Ein Lichtkonzept zu erstellen und damit die Beleuchtung von Räumen zu überarbeiten, muss nicht teuer sein. Wer ein paar einfache Regeln beachtet, kann den Charakter von Räumen oder ganzen Wohnungen leicht verändern. Zugleich finden Hobby-Designer mit Lust auf Experimente immer mehr Möglichkeiten. Diese reichen von intelligent gesteuerten Lichtsystemen bis zu Lampenschirmen aus dem 3D-Drucker.

Um mehr darüber zu erfahren, haben wir den Industriedesigner und Innenraumgestalter Gerhard Burckhardt befragt. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Beleuchtungsbereich und als Objekt-Designer und Planer für Kunden wie dem Mode-Unternehmen Escada hat er etliche hilfreiche Tipps.

Die Grundlagen: Fragen zum Start

„Für jedes Lichtkonzept sollte man unabhängig vom Budget erst mal einen Schritt zurücktreten“, beginnt Burckhardt. „Heutzutage ist alles möglich, daher muss man zunächst klären, was der Kunde genau möchte.“ Bei dieser Frage gibt es aus seiner Sicht einige zentrale Aspekte: den Zweck des zu beleuchtenden Raums, die gewünschte Atmosphäre und die Dinge, die man dort in den Fokus rücken möchte. Zugleich sollte man festlegen, ob das verfügbare Budget kleiner oder üppiger ist, und ob man damit das Zuhause einer Familie, eine industrielle Anlage oder ein Ein-Zimmer-Apartment ins richtige Licht rücken möchte. „Diese grundlegenden Informationen helfen dann zu bestimmen, ob das Licht warm oder kalt sein soll, direkt oder indirekt, und ob man akzentuierendes Punktlicht oder breit gestreute Hintergrundbeleuchtung bevorzugt“, sagt Burckhardt.

Ebenfalls wichtig sind die Zimmer-Aufteilung und der Charakter der Möbel. „Lichtplanung und Innenraumgestaltung gehen fließend ineinander über, man kann das eine nicht losgelöst vom anderen betrachten“, erklärt Burckhart, der selbst Expertise in beiden Fachrichtungen besitzt. Als Beispiel nennt er den Einfluss von Polsterbezügen und anderer Materialien: „Dunkle Möbel schlucken Licht, helle Möbel reflektieren es.“ Somit benötigt ein Raum mit schweren Vorhängen und Mahagoni-Möbeln hellere Beleuchtung als ein Zimmer mit Buchenholz-Einrichtung und hellen Stoffen.

Die wichtigsten Ziele: Flexibel, hell und gleichmäßig

Unabhängig davon, wie viel man für Beleuchtung ausgeben möchte, gibt es bestimmte Dinge, die sich nach Burckhardts Erfahrung immer lohnen. Dazu gehört dimmbares Licht. „Die Dimmfunktion bietet großartige Flexibilität. Und sie ist ein einfaches Mittel, um den Charakter eines Raumes zu verändern.“ Dabei sei es wichtiger, die Helligkeit zu variieren als die Farbe des Lichts, wie der Innenraumgestalter erläutert: „Anstatt die Beleuchtung von Rot auf Blau umzustellen, empfehle ich eher, die Farbe der Einrichtungsgegenstände und der Accessoires zu verändern, auf die die Beleuchtung gerichtet ist.“

Jenseits aller farblichen Fragen gibt es einen Teil von Räumen, bei dem Burckhardt zu Neutralität rät: die Decke. „Einer meiner wichtigsten Ratschläge ist es, die Decke in ganz hellem Weiß zu streichen.“ Das ermögliche eine ausgewogene Beleuchtung. „Viel zu oft ist die wichtigste Lichtquelle eine einzelne Lampe, die in der Mitte des Raums von der Decke hängt“, sagt Burckhardt. „Aber so entsteht meistens ungleichmäßiges und oft sogar ungenügendes Licht.“ Die bessere Alternative sei eine indirekte Beleuchtung der (frisch gestrichenen) Decke, die dann das Licht gleichmäßig in den Raum reflektiert.

Die modernen Extras: Intelligente Lichtsysteme

„Bei Designfragen haben LEDs eine ganze Welt neuer Möglichkeiten eröffnet“, sagt Burckhardt. Das gelte insbesondere für Lampenschirme. Da LEDs keine Wärme abstrahlen, und sich auch andere Technologien weiterentwickelt haben, können hier ganz neue Materialien und Formen eingesetzt werden. „Mithilfe von spezieller Software und von 3D-Druckern ist es möglich, individuell passende Lampenschirme zu entwerfen“, erklärt Burckhardt. Dabei kann er besser als je zuvor auf persönliche Ideen und Vorschläge von Kunden eingehen. Interessanterweise sind derartige Designs nicht mehr besonders kostspielig.

Eine weitere innovative Option ist Beleuchtung, die auf unterschiedliche Situationen reagiert. Um das zu veranschaulichen, schildert Burckhardt das Beispiel eines Esszimmers mit einigen Lampen über dem Tisch und anderen im restlichen Raum. Diese beiden Lichtquellen können sich aufeinander abstimmen. Wenn sich etwa Gäste an den Tisch setzen und das Essen serviert wird, kann das restliche Licht im Raum reduziert werden, während die Tischbeleuchtung automatisch verstärkt wird und somit den gedeckten Tisch in den Fokus rückt. „Solche Konzepte sind nicht lebenswichtig, aber sie machen auf jeden Fall Spaß.“

Am Ende zählt die Qualität

Für jegliche Budgets empfiehlt Burckhardt, immer die langfristigen Kosten zu beachten. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass LEDs enorme Einsparungen bringen.“ Manche seiner Kunden seien zunächst abgeschreckt von den etwas höheren Anschaffungskosten für LEDs. Doch über die Zeit werden diese Ausgaben mehr als ausgeglichen durch den geringeren Energieverbrauch der modernen Lampen. „Es gibt auch Internetseiten zur Berechnung der Kosten für Beleuchtung“, sagt er, „da kann man alles detailliert kalkulieren.“

Zum Schluss lenkt er den Fokus auf das Wesentliche. „Es ist wie bei Wasserhähnen. Natürlich ist das Design wichtig. Aber letztlich kommt aus jedem Hahn Wasser.“ Entscheidend sei seine Qualität. Das gelte auch für das Licht. „Meiner Meinung nach liegt in der Einfachheit der Schlüssel zum Erfolg.“

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